Simples Storytelling mit dem Job-Liveticker auf Twitter.

Gast-Blogger Daniel Bieri
Daniel Bieri

Wie reagiert ein Unternehmen in der Schweiz auf einen Job-Live-Ticker? Dies wollte ich, als Digital Native, während des Bewerbungsprozesses mit meiner eigenen social Story herausfinden. Ich finde, ein schönes und simples Beispiel von Storytelling. 

Gastblogger: Daniel Bieri

Der Start. Als begeisterter Foursquare-Nutzer stellte ich meine erste Frage: Soll ich einchecken oder soll ich nicht? Ich war bei diesem Traumjob klar dafür, denn er war öffentlich ausgeschrieben. Der potenzielle Arbeitgeber hatte sofort geantwortet.

Die zweite Runde. Am Tag, als das Gespräch der zweiten Runde stattfand, schrieb ich am Morgen diesen Tweet:

Darauf folgten zahlreiche «Viele Glück Tweets» und der Wunsch nach einem Live-Ticker. Und so kam er zustande, der #liveticker auf Twitter.

Warum nicht dachte ich. Seit jenem Zeitpunkt kommentierte ich jeden Schritt des Bewerbungsverlaufs auf dem #liveticker

Die Entscheidung. Wie kommuniziere ich, was ich gerne erzählen möchte aber aus Respekt noch nicht darf? Ich überlegte mir eine Taktik und verpackte sie in ein Geheimnis. Ich schrieb, dass der Vertrag im Briefkasten sein sollte:

Toll, der Vertrag war in der Post.

Ich hatte meinen zukünftigen Arbeitgeber angefragt, ob es in Ordnung sei, wenn ich dies auf den Sozialen Kanälen kommunizieren werde. Die Antwort war ja! So folgte der finale Tweet

Die Glückwünsche. Nach dem fast drei wöchigen Live-Ticker freute ich mich über die vielen Glückwünsche. Hier ein Auszug.

Die Quintessenz. Als Digital Native und Online Marketing Mensch bin ich überzeugt, dass diese Art der Kommunikation zukünftig in allen Bereichen Einzug halten wird. Schön war, dass niemand den zukünftigen Arbeitgeber verraten hatte. Hier zeigte sich auch, dass die Twitterer/innen wissen, wie mit Datenschutz, Geheimnissen und die kleinen Freuden des Lebens umzugehen ist. Ebenfalls toll war, dass ich Menschen aus der Online Welt – seit dem Liveticker – in den letzten Wochen im Real Life getroffen habe. So traf ich auch Erika Kessler und stosste an. Ausschlaggebend war für mich: Storytelling ist nicht wahnsinnig spektakulär, aufwendig und muss nicht mit grossartigen Gewinnen belohnt werden. Es geht um Emotionen und persönliche Erfahrungen. Schön und simpel.

Und hier der Tweet mit der Antwort von Ticketcorner auf den Foursquare check-in.

Am 1. April ist es so weit: Ich werde als Senior Online Marketing Spezialist bei Ticketcorner AG beginnen.

 

 

 

Kommentare

Melanie Schmidlin
Antworten

Beeindruckend. Mutig. Überlegt. Äusserst gewagt, sich zu einem solchen Thema öffentlich zu äussern. Erfolg und Entäuschung finden sich quasi auf Augenhöhe. Und die Follower fiebern, verzaubert durch die Emotionen, herzhaft mit. Eigentlich banal und doch zieht es die Leser mit. Daniel Bieri zeigt eindrücklich, wie alltagsnah Storytelling sein kann. Danke!

Daniel Bieri
Antworten

Danke für die Blumen. Storytelling heisst ja nichts anders als „Geschichten erzählen“ und genau dies tut das tägliche Leben. Da ich den Arbeitgeber um Erlaubnis gefragt habe, ich es kommunizieren durfte und davor keine Aussagen über den neuen Arbeitgeber getätigt hatte, ist es aus meiner Sicht weder mutig noch gewagt.

Leandra Moser
Antworten

Ein sehr schönes Beispiel und eine tolle Idee! Das bedeutet jedoch für das Recruiting/HR, dass das Recrutainment sitzen muss ;-)! Ich freue mich sehr auf diese Veränderungen und werde dein Beispiel, lieber Daniel, bei uns im HR intern vorstellen – damit alle verstehen, dass dieses “cheibe” Social Media nicht nur ein vorübergehender Trend ist und dass Twitter nicht nur aus “Ich trinke gerade einen Kaffe” besteht :-) Herzlichen Glückwunsch auch noch von meiner Seite zum neuen Job – well done! Bis bald, liebe Grüsse Leandra

Daniel Bieri
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„Unsere“ Genaration – oder jene Personen, die sich mit Social Media befassen – wissen, dass Social Media weit aus mehr als Foodporn, Katzen oder Sonnenuntergänge sind – auch wenn dies mal sein muss und darf! Ich hoffe du konntest den Case vorstellen und kannst deine eingeschlagene Richtung Umsetzen. Sonst komme ich gerne mal bei dir vorbei, um deinen Arbeitskollegen meinen Case persönlich vorzustellen.

Albert Knill
Antworten

Kann Leandra Moser nur zustimmen. Anhand deinem neuen Arbeitgeber hast du wohl auch bewiesen, dass dieses Unternehmen das vertritt, was für dich passt.
Ich bin klar der Ansicht, dass Social-Media in unserer Globalisierung eine Auswirkung hat, welche immer noch nicht wirklich zu beziffern ist. Es ist nicht mehr möglich, sich davon fern zu halten. Die Frage stellt sich nur, wie tief möchte man sich in dieses Thema begeben. Noch 1-2 Generationen, so schätze ich, und es wird nochmals eine massive Entwicklung im Social-Media Bereich geben. Denn Firmen müssen sich jetzt bereits Gedanken machen, wie soll mit Social-Media umgegangen werden und wo wollen sie sich positionieren dies wiederum im Mix anhand der Anwendunsmöglichkeit und der Anzahl von Usern. Warum 1-2 Generationen…. Ich behaupte und treffe eine Annahme: “Der durchschnittliche Mensch ist NICHT in der Lage, einen so schnellen Wandel der gewohnten Strukturen anzunehmen, so wie auch Unternehmen sich teils damit enorm schwer tun, eine Anpassung und Offenheit einzugehen”. Ich selber bin auch der Ansicht, dass eine transparente Lohnpolitik die Dialogfähigkeit konstruktiv fördert. Wenn ich meine Leistung dem Arbeitgeber gegenüber erbringe, kann ich auch zur finanziellen Entschädigung stehen.
Werde jetzt wohl immer an dich denken wenn ich bei Ticketcorner eine Onlinebestellung tätige ^^. Wünsche dir einen sehr guten Start und eine erfolgreiche Tätigkeit.
Grüässli Albert

Daniel Bieri
Antworten

Genau, es stellt sich NICHT die Frage, ob Social Media ja oder nein, sondern wie gehe ich als Privatperson oder Unternehmen damit um. Darüber wird gesprochen, egal ob auf Twitter oder am Stammtisch. Auf Twitter ist es ja für ein Unternehmen eigentlich besser, da es direkt eingreifen kann. Die Transformation, ist nicht mehr aufzuhalten. Und gerade Unternehmen mit starren Strukturen und Prozessen, welche mehr mit sich selber beschäftigt sind, werden früher oder später einfach nicht mehr existieren. Gerade das Thema Gehalt ist sehr gefährlich und schürt Gerüchte. Ich persönlich glaube, dass jedes Unternehmen Social Media betreiben sollte, egal ob B2C oder B2B. Egal ob Promotionen, Aktionen, Geschichten oder Employer Branding. Ich wünsche „meinem“ alten Arbeitgeber alles Gute.

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